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Freitag, 4. April 2025

Hannover Messe, Hashtag #HM2025. Teil 1

 Die Messe bemerkt man in der ganzen Stadt nicht nur an den vielen Autos mit fremden Kennzeichen, sondern auch in den überfüllten Straßen- und S-Bahnen. Gäste aus der ganzen Welt nutzen gerne die Öffis, genauso wie die Einheimischen. Gemeinsam eilen sie zum Messegelände,  wo sich die „zukunftsweisenden Technologien“ präsentieren.


Könnt ihr spiegelverkehrt lesen? Wenn nicht, schaut ihr euch das nächste Foto mit dem Hashtag an:


Sss wie Schlange


Natürlich dürfen die mehr oder weniger spektakulären Roboter nicht fehlen. Unsere Erwartungen, genährt mit den Internet-Bildern von den flinken, gelenkigen Blechkammeraden, sind enorm gestiegen. So wundert mich nicht, dass zwei Jungs neben mir diesen kleinen Fußballer für stakig und deshalb auch nervig halten. Ich dagegen finde ihn einfach süß:


Gelenkigkeit ist nicht alles, denke ich beim diesen etwas gruseligen Exemplar. Mit ein paar Handgriffen - noch etwas mehr Verkleidung, ein wenig Make-up - schaffen wir eine perfekte Schlange, zum Erschrecken echt. 


Die Hauptaufgabe der Roboter besteht jedoch nicht darin, dass sie uns beeindrucken oder erschrecken. Sie sollen uns entlasten oder die Arbeit ganz übernehmen, wie dieser Kollege, der abschraubt:


 Aus der Infotafel erfährt man, wie wichtig seine Arbeit ist:

"Recycelte Materialien in Fahrzeugen erfordern geschlossene Stoffkreisläufe. Nachhaltige, wirtschaftliche Rückgewinnung ist essenziell. Unser Ziel ist die Entwicklung von Automatisierungslösungen für die Demontage, um wertvolle Ressourcen und Komponenten für die Wiederverwertung zu sichern. Räder müssen bei der Altfahrzeug-Demontage entfernt werden. Die Automatisierung soll die Effizienz steigern und den Arbeitsalltag erleichtern. Herausforderungen sind verschmutzte, verrostete Schrauben, verschiedene Felgenschlösser und Radtypen. Die Forschungsgruppe wird gefördert durch das MWK (in Niedersachsen)." 
Der hier sieht einfach aus, hat aber einen komplizierten Namen - Kraftsensitiver Zykloidengreifer - und tut auch sonst kompliziert: Seine "sechs rotierenden Stifte greifen in die Zykloide und wandeln damit die rotatorische Bewegung in eine translatorische um."



Nachfolgend    Teil 2

                        Teil  3

Freitag, 26. April 2024

Engineers have to save the world oder Hannover Messe 2024. Teil 1

 Was sucht ein Laie oder eine Laiin (Benutzt man überhaupt die weibliche Form?) auf einer Industriemesse wie die in Hannover? Sie schauen sich um und versuchen zu begreifen. Das tue ich auch. Ich hoffe gleichzeitig, Einblicke in die Zukunft zu erhalten, oder anders ausgedrückt – eine Vision.


Kabel und Lego


Gleich zu Beginn stolpere ich über „one cable“, genau genommen stolpert lediglich mein Blick.   


Worum es sich hier handelt, erklärt mir Angela Vogt, bereitwillig und verständlich auch für eine Nichtkundige: Früher brauchte man mehrere Kabel für Servomotoren (Das sind Motoren, die es ermöglichen, „die genaue Position der Motorwelle sowie die Drehzahl und/oder die Beschleunigung zu kontrollieren“). Diese separaten Kabel (Feedbackkabel) übertrugen die Sensoren-Daten. Seit 2011 reicht es dafür nur „one cable“. Beckhoff war ein Pionier auf diesem Gebiet, sagt Frau Vogt. Ich glaube ihr aufs Wort. 


Was mir jetzt ins Auge springt, ist mitnichten eine Werbung der Plattform X (Twitter):


So stellt sich hier das MX-System vor. Schaltschränke ade, her mit den Modulen!  Das Lego-Prinzip lässt grüßen:




Dieses System ist relativ jung; es wurde 2021 entwickelt.

Während ich durch die Hallen schlendere, arbeiten Roboter ununterbrochen. Eigentlich nur zur Schau. Sie werden aber demnächst unsere Arbeit gänzlich übernehmen. Wetten, dass es so kommt?





Nachfolgend:

Teil 3


Freitag, 21. April 2023

Auf der Hannover Messe. Teil 1 – Strategie der Transformation

 Auf der Hannover Messe geht es um die Zukunft, die schon jetzt passiert.


Damit diese Transformation vorangeht und gelingt, braucht man eine Strategie, erklärt ein Mitglied des China-Teams am Stand der Gastgeber ….


… die mit Panda werben:


Seine Strategie verdankt China einem Deutschen, behauptet der smarte Presenter und nennt seinen Namen: Carl von Clausewitz. Dass es sich dabei um eine kriegerische Strategie handelt, weiß er natürlich, das stört ihn aber nicht. Es gehe ausschließlich ums Erreichen der Ziele und China wolle selbstverständlich Frieden, sagt er. 


Deutschland scheine dagegen aus dem Takt gekommen zu sein, so seine Diagnose. Der China-Vertreter weist diesbezüglich auf einen Beitrag von Heute-Journal im ZDF hin, in dem der Verlust von deutscher Führung auf dem chinesischen Automobilmarkt thematisiert wurde.

Es wäre gut, lautet sein Tipp, wenn sich ausländische Investoren genau die chinesischen 5-jährigen Pläne angesehen hätten.


In der Zeitspanne 2021 – 2025 wird die zukünftige Marschroute folgend vorgegeben: 

"China Standards 2035 plan sets global standards for emerging technologies such as the 5G Internet, the Internet of Things (Iot) and artificial intelligence, etc."
 
Sollte also das Fazit seines Vortrags lauten, dass uns eine Vision fehle?

Jedenfalls sind die Roboter schon da und arbeiteten unermüdlich:












Die Fortsetzung folgt.

Nachfolgend:

    Teil 2

    Teil 3

    Teil 4

Mittwoch, 25. April 2018

Ein paar Gedanken rund um die Messe Industrie 4.0 in Hannover

Auf der Messe in Hannover wird die Entwicklung der Wirtschaft angekündigt und skizziert. „Der Mensch und die Maschine – heißt es im Guide zur Ausstellung Industrie 4.0 – das sind die Grundpfeiler der Fabrik der Zukunft. Ihr ganzes Potenzial spielen sie allerdings erst mit der Vernetzung aus.“ Früher arbeiteten wir sozusagen nebeneinander, jetzt sollen wir als Partner fungieren.


                                                           Touch me! Dieses und die restlichen sind eigene Fotos.

Verstehen die Spaß?


Die Roboter scheinen nicht nur an Arbeit interessiert zu sein. Sie spielen mit uns Tischtennis, …




… spielen untereinander, …




… servieren, …




… schenken ein Glas Saft ein, …




… mischen Cocktails … 




… oder gravieren unsere Namen in die Kulis ein. Allerdings streikte der Roboter, als ich meinen Namen eingegeben habe …






… und brauchte menschliche Hilfe.




Spaß beiseite, die Zukunft ist eine ernste Sache.

Auf den Flügeln der Phantasie


Die Möglichkeiten sind schon jetzt in jedem Bereich enorm und beflügeln unsere Phantasie.  Die Maschinen ersetzen unseren gelenkigen Arm, …




… imitieren die Gesamtheit unserer Muskeln und Gelenke, …




… schlagen Lösungen zur Gestaltung von der Energie-Zusammensetzung für ein Unternehmen vor, …




… kommunizieren untereinander wie wir es auch tun, …




… lassen sich aus Distanz per Handbewegung steuern …




… und verschicken alle Daten einer Firma über ein Gerät in der Größe eines Smartphones. 




Steinzeit gegen die Zukunft


Aladin Zakaria, Vertriebsingenieur aus der Schweiz, sieht nur positive Seiten des unaufhaltsamen Prozesses: "Die Roboter übernehmen die schwere und langweilige Arbeit und der Mensch darf sich dann mit den schönen Dingen des Leben beschäftigen.“

Wie die Wirklichkeit in Deutschland aussieht, weiß jede/jeder. Vielleicht außer den Politikern. Weil jene Vertreter der Gesellschaft nicht nur den Breitbandausbau verschlafen haben,  in puncto Arbeit und Arbeiter stecken sie in der Steinzeit.

Weder die Einstellung von neuen Mitarbeitern noch die Ausbildung entsprechen der Herausforderungen der neuen Zeiten. Des Weiteren ackern Menschen überall in deutschen Firmen schwer körperlich, nicht nur in der Pflege.

Zudem  begünstigen die politisch gestalteten Rahmenbedingungen die Rückkehr des Gehorsams als einer höchsten Tugend des Arbeitnehmers. Es herrscht überall die Bevormundung – mit ihrem Tiefpunkt bei Hartz-IV-Empfängern - statt Unterstützung der Talente und des freien Geistes.   

Dabei lässt sich bekanntlich durch die Scheuklappen sehr schwer sehen, so verfehlt man den Weg in die Zukunft.