Dienstag, 25. August 2026

Das Duell zwischen Banaszak und Poschardt vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

 Bei Pinar Atalay trafen zwei Welten aufeinander. Plakativ könnte man das Gespräch als Zusammenstoß von der gewünschten und der existierenden Realität beschreiben. So einfach verläuft jedoch die Trennlinie mitnichten.

Ich selbst gehörte früher der Fraktion „Weltverbesser“ an. Mein Bildnis hätte man damals ziemlich rot und grün malen müssen, mit Betonung auf „streng antikommunistisch“. Ich wollte das Märchen von Lennons „Imagine“ verwirklichen. Als ich aber endlich bemerkte, dass den Weltverbesserern hauptsächlich um eigene Interessen und Alleinherrschaft ging, war es für mich Schluss mit der Träumerei. 

Screenshot

Demokraten gegen Antidemokraten?

Beide „Duellanten“ beschäftigen sich mit der aktuellen politischen Landschaft vor der Kulisse der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und der realen Perspektive einer AfD-Landesregierung.

Felix Banaszak, Grünen-Vorsitzender, warnt vor „irreversiblen Folgen“, sollte die AfD gewinnen, und lässt mehrmals den Adjektiv „verfassungsfeindlich“  als Beschreibung der AfD fallen, getreu den Grundsätzen der Propaganda (So lange eine Behauptung wiederholen, bis Leute daran glauben) und besteht weiter auf die Brandmauer.

Ulf Poschardt, Journalist und Autor, erkennt dagegen keine Gefahr, obwohl er zugibt, dass „Teile der AfD absolut unappetitlich sind“: In diesem Zusammenhang erinnert er an die radikale Vergangenheit von Joschka Fischer, die ihm bei der Karriere nicht geschadet habe, Wenn die AfD endlich regiere, werde sie ihren Nimbus der Protestpartei verlieren. Dann zeige sich, was sie mit der Macht anstellen könne. 

Demokraten müssen zusammenhalten (hinter der Brandmauer), verlangt Banaszak. Die Unterscheidung zwischen den Demokraten und Antidemokraten sei eine grundsätzliche.

Poschardt kontert energisch:
„Wo sind Sie denn, wo Sie entscheiden können, wer Demokrat ist und wer nicht Demokrat?“
Die Entgegnung von Banaszak überzeugt mich nicht:
„Das ist keine Entscheidung, die ich treffe. Das ist einfach eine Faktenlage.“
Der Punkt geht eindeutig an Poschardt.

Wo ist die Mitte?

Nur die CDU und die FDP gehören heute zur Mitte, behauptet Poschardt. Früher zählte man noch Fischer und Schröder dazu, seiner Meinung nach.

Das sehe ich anders, Schröder war keineswegs in der Mitte. Seine Hartz-Reformen, vom Geist des Raubkapitalismus beseelt, führten zur millionenfachen Verarmung und leiteten die wirtschaftliche Abwärtsspirale ein. Konsequenzen spüren wir bis heute.

Zurück zur Gegenwart: Wie geht’s weiter?
„Die Union muss sich entscheiden – konkludiert Poschardt - , die Wähler wollen eine Mitte-rechts-Regierung (…) die wollen einen Politikwechsel.“

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