Montag, 24. August 2026

Alice Weidel im Sommerinterview der Zuversicht

 Der Ton macht die Musik. Bei Alice Weidel hat er sich - der Ton - deutlich verändert, auch wenn sie nach wie vor ihre Emotionen nicht unter den Scheffel stellt. Dieser Charakterzug in der temperierten aktuellen Form verleiht ihr sogar Glaubwürdigkeit.   

Screenshot

Planmäßig irreführen

Weidel ist sich siegessicher: Wir werden gewinnen und regieren, die CDU komme nicht mehr zum Zug. Sollte sich diese Prophezeiung erfüllen, wird sich Deutschland grundsätzlich verändern. Wobei es außer Frage steht, dass das Land eine Grunderneuerung bitter nötig hat. 
„Wir schreiben niemandem vor – versichert Weidel -, welchen Motor er produziert, und wir schreiben auch dem Konsumenten nicht vor, welches Auto er nachfragen muss. Wir subventionieren auch nicht eine Motorenart einseitig, um die andere zu benachteiligen. Das ist Markt- und Technologieoffenheit. Das ist unser Rezept.“
Die Markt- und Technologieoffenheit sollten theoretisch in einem kapitalistischen System selbstverständlich sein, dennoch nimmt sich der Staat das Recht, einzugreifen und die Entwicklung zu steuern. Mit unterschiedlichen Folgen. 

Hier muss ich Weidel Recht geben: Der deutsche Staat greift zu früh in die wirtschaftlichen Prozesse ein, was man als Ideologisierung der Wirtschaft folgerichtig benennen darf und was den Verdacht bekräftigt, dass die Planwirtschaft das Ziel sei. Als Nebenwirkung ergibt sich daraus der enorme Anstieg der Bürokratie, die den Verlauf ad absurdum führt. 

Wie dem auch sei, ich bin überzeugt, dass die Zukunft nicht dem Verbrennermotor gehört (genauso wie Weidels Duzfreund  - Elon Musk). 

Wie flach ist eine Zange?

Auf die Kraftausdrücke will Weidel nicht verzichten. Damit das klar ist – ich liebe Schimpfwörter, sie sind sozusagen die Würzen der Sprache, aber eben nur in der Gewürzmenge zu dosieren. Ich schrecke allerdings zurück, wenn man politische Gegner beleidigt. 
„Im ZDF-Sommerinterview wählte AfD-Chefin Alice Weidel (47) ungewöhnlich deftige Worte für die Bundesregierung: „Wir werden von irgendwelchen Flachzangen da oben regiert“, konstatiert die Bild.
Ist das überhaupt eine Beleidigung? Die Bild präsentiert diesbezüglich eine ausführliche Erklärung:
„Die Flachzange ist im Original ein simples Handwerkzeug: eine Zange mit flachen, glatten Backen, die vor allem zum Halten und Biegen von Blech oder Draht benutzt wird. Verglichen mit anderen, komplexeren Zangen (Kombizange, Kneifzange) gilt sie als wenig vielseitig – sie kann wenig mehr als flach zupacken.

Im übertragenen Sinne bezeichnet man damit seit dem 20. Jahrhundert eine Person, die als „oberflächlich“, „charakterlos“ oder „intellektuell flach“ gilt.“
Alice Weidel begründet die Verwendung von dieser Bezeichnung wie folgt:
"Entweder können sie nicht, oder ist es Vorsatz. (...) Ich weine innerlich. Diese Menschen dienen nicht unserem Land, Sie dienen nicht Interessen von Deutschland. Sie dienen ihren eigenen Interessen."
Hm, die Vermutung, dass der herrschenden politischen Klasse vor allem um die eigenen Interessen geht, habe ich nachweislich mehrmals auch hier auf meinem Blog geäußert.



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