Was ist denn im Weißen Haus im Oval Office passiert? Zuerst hieß es: Wir machen einen Deal, dann aber kochten die Emotionen hoch und der Deal platzte. Das ist die Kurzversion.
Samstag, 1. März 2025
Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj im Oval Office
Mittwoch, 5. Oktober 2022
Das Putin-Theater
Die einen wollen jetzt den Krieg in der Ukraine eifrieren, die anderen verlangen Gespräche mit jemandem, der nicht dafür bereit ist.
Ich wünsche mir nichts mehr als Frieden, deswegen stehe ich absolut sicher auf der Seite der Ukraine.
Lang lebe die Ukraine!Schauspiel eines Raubtiers
Vor dem 24.02.22 wollte ich auf Teufel komm raus Putin verstehen und ärgerte mich, dass man das gefährliche Raubtier unnötig reizt: mein schwerer Denkfehler. In Wirklichkeit lässt sich Putin nicht domestizieren. Er plante seinen Eroberungsfeldzug von langer Hand und spielte uns die ganze Zeit ein mieses Spektakel vor. Wir – sein Publikum – schauten nicht nur zu, sondern machten mit. Sowohl Politiker als auch die Gesellschaft. Damit ähnelten wir einer misshandelten Frau, die ihren Schläger-Mann entschuldigt: Er hat doch versprochen, dass er das nicht mehr tut.
Wandeln mit Bedingungen
Obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass der Mensch sich sein Leben lang wandeln kann – was für mich das Fundament des Christentums bedeutet -, bin ich keineswegs blauäugig und grenze meine These mit mindestens zwei Bedingungen ein:
- im ersten Schritt muss eine Selbstreflexion, eine Selbstanalyse erfolgen. Solange der Mensch nicht bereit ist, darüber nachzudenken, was er den anderen und auch sich selbst angetan hat, wird er sich nicht ändern können.
- im zweiten Schritt tritt die Übernahme der Verantwortung ein. Dies bedeutet, dass der Einsicht das Schuldgeständnis und – so weit es geht – die Wiedergutmachung folgen.
Wie sich die Welt dreht
Lässt sich meine These ins Politische übersetzen? Ja, selbstverständlich. Politiker sind doch Menschen – auch wenn die oder der eine, im Größenwahn befangen, diesen Umstand vergisst - und kochen nur mit Wasser.
Fangen wir also mit der Selbstanalyse an. Putin analysiert zwar stets die ganze Welt, aber nicht sich selbst. Wenn er also – wie er anscheinend denkt - unfehlbar sei, müssten seine Gegner die Schuld an allem tragen. In seiner letzten Rede identifiziert er einmal mehr die Feinde eindeutig: es sei der Westen, der "Russland unbedingt brechen" wolle.
Putin verbleibt also in seinem eigenen Universum aus dem letzten Jahrhundert. Für ihn war der Zusammenbruch der Sowjetunion eine "Tragödie". Er will deshalb die Zeit zurückdrehen und die Sowjetunion wieder aufleben lassen.
Was er anstrebt, ist kein Frieden und kein Kompromiss, sondern die absolute Macht, um zu bestimmen, wie sich die Welt dreht. Oder auch nicht.
Donnerstag, 31. März 2022
Putin – der Alptraum unserer Zeit
Hinterher ist man immer schlauer. Hätten wir dennoch nicht bemerken müssen, was Putin im Schilde führt? Warum hörten wir nicht auf die Mahner? Die gab es doch. Wir wollten aber das Ende des Kalten Krieges feiern und glaubten lieber Menschen wie der junge Putin, als er – damals noch stellvertretender Bürgermeister von Sankt Petersburg – sagte:
„Auch im meinen Leben gab es Zeit in der ich die Theorien des Marxismus und des Leninismus studiert habe und sie interessant und, wie viele von uns, schlüssig fand. Doch als ich älter wurde, erkannte ich die Wahrheit – diese Theorien sind nichts als hinderliche Märchen.“
Schluss mit den alten Märchen also!
ScreenshotAlter Vorhang in neuen Zeiten
Seitdem ist viel Wasser in Newa und Moskwa hinuntergeflossen. Wir reiben uns aber verwundert die Augen und erleben ein Déjàvu: Putin versucht den Eisernen Vorhang wieder zuzuziehen. Den alten Vorhang, der unsere Welt früher entzweite.
Am 24.02.2022 – am Tag seines Überfalls auf die Ukraine - ließ Putin endgültig seine Maske fallen. Der angebliche „lupenreine Demokrat“ zeigt sich als grausamer, größenwahnsinniger Diktator. Es handelt sich keineswegs um eine unerklärliche plötzliche Verwandlung. Putin plante seine Untaten von langer Hand und er hat nichts dem Zufall überlassen.
„Putin und seine KGBler, die mithilfe eines Netzwerks treuer Verbündeter die Wirtschaft kontrollierten, vereinten alle Macht auf sich und hatten ein neues System geschaffen, in dem staatliche Positionen als Instrumente zur Selbstbereicherung dienten.“
Trolle und Verbündete von Putin
Putin hat kontinuierlich seine Macht ausgebaut, sein Land unterworfen und seine Kritiker bekämpft, wie die Diktatoren oder Mafiapaten dies so tun. Er und seine Leute „verbinden den homo sovieticus mit dem unbändigen Kapitalismus“.
Was will er denn noch? Reicht es ihm nicht, was er schon hat?
„Die Übernahme der Wirtschaft – und der Justiz und des politischen Systems – durch die KGB-Kräfte führte zu einem Regime, in dem die Milliarden Dollar, die Putins Kumpanen zur Verfügung stehen, aktiv dafür genutzt werden, die Institutionen und Demokratien des Westens zu untergraben. Das KGB-Handbuch aus den Zeiten des Kalten Krieges, als die Sowjetunion »aktive Maßnahmen« ergriff, um den Westen zu spalten, Unfrieden zu stiften, verbündete politische Parteien finanziell zu unterstützen und den »imperialen« Feind zu schwächen, ist nun wieder voll und ganz reaktiviert.“
Putin unterwandert den demokratischen Westen seit Jahren, denn Demokratie und Freiheit sind seine größten Feinde. Er baut auch hier im Westen seine Macht aus. Seine Trolle und Verbündete sitzen längst in den westlichen Institutionen und Gremien auf den höchsten Ebenen.
Wir brauchen nach diesem Krieg einen Putin-Untersuchungs-Ausschuss, der alle Verwicklungen aktueller und ehemaliger Politiker zu Putin und dem Kreml untersucht und der Frage nachgeht, welche Motivation wirklich hinter verschiedenen Positionen stand.
— Paul Ronzheimer (@ronzheimer) March 29, 2022
Paul Ronzheimer hat recht. Nach diesem Krieg brauchen wir einen Putin-Untersuchungs-Ausschuss. Wir brauchen solch einen Ausschuss auch in der EU. In dieser Hinsicht hätte mich unter anderem die Rolle von Angela Merkel, Donald Tusk und Katarina Barley interessiert. Und die offensichtlich aus dieser Richtung gesteuerte antipolnische Kampagne.
Zuerst aber müssen wir Putin stoppen.
Montag, 28. Februar 2022
Putins Krieg: Auf welcher Seite stehst Du?
Genauso wie so viele andere erlebte ich, die stets die friedlichen Instrumente der Diplomatie und Gespräche befürwortet, am Donnerstag, dem 24.02.22, ein böses Erwachen. Wieso sahen so viele nicht kommen – auch ich nicht –, was ein Größenwahnsinniger plante?
Die Zeit, in der Russland die Ukraine angreift, verlangt von uns allen eine klare Stellungnahme: Auf welcher Seite stehst Du?
Es ist und bleibt mein Traum: "Imagine all the people living life in peace". Zurzeit aber tobt in Europa der Krieg. Seine Fratze sehen wir direkt vor unserer Tür. Es ist Putins Krieg; Putin verkörpert ihn, er gibt ihm sein Gesicht und seine Stimme, aber er führt ihn selbstverständlich nicht allein. Egal jedoch, wie stark der Druck auf ihn war, die Entscheidung hat Putin selbst getroffen und er wird auch die Verantwortung dafür übernehmen müssen.
Was können wir dem Größenwahn und dem Morden entgegensetzen?
Die Solidarität mit der Ukraine ist riesig auf der ganzen Welt und bestimmt hilfreich. Sie wird dennoch Putin nicht stoppen. Die harten Sanktionen wirken zwar wie Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie, sie entfalten aber nur langsam ihre Wirkung. Die Waffenlieferungen an die Ukraine, gegen die ich mich lange und mit Überzeugung ausgesprochen habe, erscheinen mir auf einmal nicht nur gerechtfertigt, sondern auch absolut notwendig.
Reicht all das um Putin zu stoppen? Nein, das reicht nicht, solange Russen seinen Präsidenten unterstützen. Meine Hoffnung setze ich deshalb auf die russische Zivilgesellschaft. Die Russen können Putin stoppen.
Mittwoch, 22. Juni 2016
Richtig, richtiger, Steinmeier!
Putin kommt mir nicht in den Sinn
Mit den Traumata kenne ich mich sehr gut aus
Falsch, falscher, der Bild-Kommentar
Freitag, 22. Mai 2015
Merkels Taktik, wenn es brenzlig wird
Erstens: sich ducken
Zweitens: ignorieren
Drittens: ablenken
Das Spionieren und das Lügen
Donnerstag, 5. März 2015
Wer sagt die Wahrheit?
Gegner diffamieren und eigenes Lager verteidigen
Eine der meist angewendeten Methoden – auch in den Berichten über Griechenland oder die Ukraine-Krise – ist das Diffamieren von Menschen und Kompromittieren von Ideen, Quellen usw. Die Person, Idee oder Quelle wird angeschwärzt und desavouiert mit allen Mitteln aus dem Repertoire der Propaganda.
Ein besonders schrilles Beispiel für diese Taktik bietet die Berichterstattung über Putin. Man stellt ihn als ein Monster dar und blendet Hintergründe und Ursachen von den Ereignissen aus. Sein Aussehen, sein Lebenslauf, sein Handeln wird umgedeutet in Beweise, dass er ein Bösewicht sei. Eine sachliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Man setzt eigene zweifelhafte Inhalte in Szene und suggeriert ihre Unfehlbarkeit.
Dadurch wird eine Diskussion im Keim erstickt und eine andere Meinung völlig ignoriert. Eine echte Debatte ersetzen Grabenkämpfe, in denen es nur darum geht, das eigene Lager zu verteidigen, ohne auf den Gesprächspartner zuzugehen. Es handelt sich eben nicht um eine individuelle, viel mehr aber um die Meinung einer Gruppe, der man sich verpflichtet fühlt. Das Weltbild malt man in weiß und schwarz und verflacht die Probleme
Diese in der Politik herrschende Praktik erobert inzwischen die Medien. Ja, die Medien machen auch Politik, was sie jedoch nicht zugeben wollen.
Hysterie statt Verstand
Fakten verlieren an Bedeutung und verschwinden langsam aus dem Blickfeld. Als ob es einen Wettbewerb gäbe, wer mehr Erschütterung zeigt, versuchen sich Journalisten in diesem Contest zu übertreffen.
Was hat die Betroffenheit in den journalistischen Berichten zu suchen? Gar nichts! Sie dient einem Zweck – den Gegner mit einer anderen Meinung in eine Sackgasse zu jagen und ihn mundtot zu machen. Wenn er in diesem Theater nicht mitspielt und sich weigert die Betroffenheit zu instrumentalisieren, wirft man ihm Unmenschlichkeit vor.
Von Emotionen geleitete Berichte bringen selten vertrauenswürdige Erkenntnisse. Wer sich von den Gefühlen überwältigen lässt, der kann nicht logisch denken und argumentieren. Die Hysterie ist das Gegenteil vom klaren Verstand.
Nicht ausschalten!
Merkwürdig, dass im Zeitalter des Internets die Medien dermaßen auf die Methoden der Propaganda setzen. Oder eben aus diesem Grund, weil es nicht an den Nachrichten, sondern an der Orientierung mangelt. Die Aufgabe der Leser oder Zuschauer soll sich dazu reduzieren, das Vorgegebene zur Kenntnis zu nehmen; dadurch werden sie zu Objekten degradiert.
Natürlich nur dann, wenn sie es zulassen und ihren Verstand ausschalten.
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