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Freitag, 31. Oktober 2025

Die Epstein-Chiffre

 Ist Jeffrey Epstein „ein Demokratenwitz“, wie Donald Trump ihn neulich bezeichnet, oder der Name eines echten Skandals? 

Niki de Saint Phalle, Skull

Eine Chiffre der Mächtigen

„American Psycho“*) titelt „Der Spiegel“ seinen Artikel über den Mann, dessen Name „zur Chiffre dafür geworden (ist), dass für diejenigen, die das Sagen haben, andere Regeln gelten als für den Rest. Dass Reichtum und Einfluss einander bedingen und dass, wer darüber verfügt, Gesetze und Regeln aushebeln kann.“

Seit seinem Tod, angeblich durch Suizid (10.08.2019), sind Jahre vergangen, aber die Chiffre lässt sich immer noch nicht vollständig entschlüsseln, nicht mal die Umstände seines Todes sind wirklich klar.

„Dass die Rätsel seinen Tod überdauern – schreibt „Spiegel“-, liegt auch an Donald Trump. Der Mann, der im Wahlkampf, wenn auch zögerlich. versprach, als Präsident die Epstein-Unterlagen offenzulegen, hat seine Zusage zurückgezogen.“

„Dieser Widerling“

Es wurden bereits tausende Seiten der Epstein-Akten veröffentlicht, zum Teil geschwärzt. Das ist nicht genug, rufen Menschen links und rechts im Chor. Denn „hier geht es um die Reichen und Mächtigen gegen den Rest der Welt.“

Hat Trump deswegen Interesse an Dokumenten über „diesen Widerling“ verloren? 

„Der Spiegel“ berichtet dazu:

„Er sei besorgt, dass Freunde von ihm in den Akten auftauchen, soll Trump Beratern anvertraut haben, so das „Wall Street Journal“. Er ärgere sich, dass man statt über die Wegmarken seiner Regierung wieder über Epstein spreche.“

Kein Wunder, dass das Thema Emotionen und Neugierde weckt. In den Dokumenten tauchten nicht nur Trumps Freunde auf, sondern Namen wie Bill Clinton, Woody Allen oder Bill Gates. 

Materielles Äquivalent eines Gegenstandes

Jeffrey Epstein wurde 2019 angeklagt, weil er „zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen betrieben“ und „gemeinsam mit Ghislaine Maxwell hunderten minderjährigen Mädchen sexuelle Gewalt angetan und sie zur Prostitution verleitet sowie Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung betrieben haben (soll)“ (Wikipedia).

Zwei Jahre davor passierte etwas, was die Welt veränderte und diese Anklage erst ermöglichte. Ich meine damit die MeToo-Bewegung, „eine soziale Bewegung, die auf ein Hashtag (#) zurückgeht, das seit Mitte Oktober 2017 im Zuge des Weinstein-Skandals Verbreitung in den sozialen Netzwerken erfährt“ (Wikipedia).

Das neue Selbstbewusstsein von Frauen ließ einen anderen Blick auf ihre Rolle zu. Ich spreche in diesem Zusammenhang ausdrücklich auch über den Wert – also „meist in Geld ausgedrücktes materielles Äquivalent eines Gegenstandes“ (Digitales Wörterbuch) -, weil Mädchen und Frauen immer noch mehr als Objekt – gebraucht und käuflich – statt gleichberechtigt als Subjekt betrachten werden, und zwar auch in Amerika und Deutschland und nicht nur in Iran oder Afghanistan. 

Die Wokeness-Chiffre 

Die moralische Überlegenheit des linken Lagers, das man vor kurzem noch Wokeness nannte, erscheint mir hinsichtlich des Epstein-Skandals mehr als fragwürdig. Wer Sexualität im Kindergarten thematisieren will und eine Geschlechtsumwandlung für Minderjährige zulässt, ist kein Jota besser als der sexbesessene "Widerling" Epstein. 

In diesem Punkt hat Trump recht: Es ist ein Demokratenwitz. Aber ein widerlicher. 


*) Julia Amalia Heyer und Marc Pitzke, American Psycho, "Der Spiegel" Nr. 44, 24.10.25






Mittwoch, 16. Januar 2019

Wer will eigentlich die Gleichberechtigung?

Was bedeutet Frau zu sein hier und jetzt? Theoretisch sind wir gleichberechtigt. Dies gewährt uns das wunderbare deutsche Grundgesetz. Praktisch? Noch lange nicht.


                                                               Nicht ohne Frau! Eigenes Foto

Kein Niedermachen


Vorneweg will ich etwas klarstellen. Ich schere mich einen feuchten Kehricht um die Machtverhältnisse in privaten Beziehungen (solange sie einvernehmlich sind): Wer oben und wer unten ist, wer die Hose anhat und wer unter dem Pantoffel bleibt. Außerdem ist mir das Niedermachen der Männer, nur weil sie eben Männer sind, am fernsten. Diese Art von Feminismus finde ich dämlich. Ich träume nicht davon, eine Alleinherrschaft durch die andere ersetzt zu erleben. Mein Traum heißt Gerechtigkeit. Und die gibt es nicht ohne Gleichberechtigung. Ich leugne dabei nicht, dass wir uns unterscheiden. Es geht mir aber weniger um das Gender, vielmehr um die Spezies Mensch.

Ähnlich wie Katharina die Große


Müssen wir überhaupt noch über die Gleichberechtigung reden? In einem Land, das von einer Frau seit 13 Jahren regiert wird? Oh, doch. Frauen an der Macht gab es seit eh und je, wie zum Beispiel Katharina die Große, übrigens – das Vorbild von Angela Merkel. Um das Schicksal von ihren Leidensgenossinnen im Allgemeinen kümmerten sie sich bekanntlich keineswegs. Ähnlich wie die Kanzlerin. Eine gleichberechtigte Frau war und ist von dieser Kanzlerin und auch von der CDU nicht gewollt.

Ich habe nicht vor, mir jetzt wie Claas Relotius eine Antwort von Frau Merkel auszudenken. Stattdessen rolle ich meine Spekulationen über die Gründe aus.

Überwiegend planvoll


Die konservative Vorstellung von der Familie sieht die Frau immer noch in einer untergeordneten Rolle. Sie fußt bestimmt auf der Annahme, dass der Mann zu schwach wäre für eine direkte Auseinandersetzung mit der Frau. Er muss sie sich daher mit allen Mitteln - politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen – unterwerfen.

Die Angst vor dem weiblichen Geschlecht scheint nicht ganz unbegründet zu sein, wenn wir uns entsinnen, wie Merkel ihre männlichen Gegner, einen nach dem anderen, entsorgt hatte. Wieso gelang ihr jenes Unterfangen so gut?

Für die Antwort auf diese Frage hole ich jetzt weit heraus und ziehe zurate einen Spezialisten (nur seine Äußerungen!), der sich mit den dunklen Seiten der Frauenseele befasst: Stephan Harbort, Kriminalhauptkommissar und Sachbuchautor. Seiner Meinung nach töten Frauen ihre Opfer „überwiegend planvoll, heimtückisch“. Männer dagegen „attackieren meistens unmittelbar, häufig im Affektsturm, wenn ein Streit eskaliert.“

An dieser Stelle will ich unbedingt festhalten, dass Mörderinnen unter uns wirklich selten vorkommen. Dennoch nehme ich zur Kenntnis, wie unterschiedlich sich unsere Herangehensweise gestaltet. Sind wir aber tatsächlich berechnender als die Männer? Unsere Löhne beweisen diese These mitnichten: die Armut ist weiblich. Besonders im Alter.

Nicht ohne Frau


Demokratie und Unterdrückung schließen sich gegenseitig aus. Die Gleichberechtigung der Frau ist daher eine der wichtigsten politischen Aufgaben überhaupt. Für alle Parteien, die sich demokratisch nennen.

Sonntag, 8. März 2015

Frau-Sein in Deutschland

Wir leben in einem zivilisierten Land, das sich von den Frauen-unterdrückenden Staaten wesentlich unterscheidet. Das weibliche Geschlecht darf hierzulande ziemlich das Gleiche tun oder unterlassen wie die Männer. Theoretisch. In der Praxis hakt es an so vielen Stellen, dass unsere Überheblichkeit, mit der wir auf die unterentwickelten in dieser Hinsicht Nationen herabschauen, nur lächerlich erscheint.

                                                                                E.D.  / pixelio.de

Ökonomisch verarscht


Frauen verdienen im Schnitt ein Viertel weniger als die Männer. In einer marktorientierten Gesellschaft kann man nicht deutlicher die Geringschätzung ausdrücken. Sie sind nicht viel wert, lautet also die Botschaft, mit der die Kinder aufwachsen und die Erwachsenen sich mehr oder weniger abfinden.

Einige wissenschaftliche Klugscheißer wollen uns beweisen, dass wir, Frauen, selbst schuld daran sind, weil wir falsche Berufe wählen oder in Teilzeit arbeiten. Das Gegenteil ist der Fall. Aus eben diesem Grund, dass Frauen dort arbeiten, werden jene Berufe mies bezahlt.

Immer noch an den Mann gekettet


In der nicht allzu weit entfernten Vergangenheit bestimmten die Herren der Schöpfung, ob ihre Gattinnen arbeiten dürfen. Erst 1977 wurde das entsprechende Gesetz geändert.  Der Ehemann behielt dennoch weiter seine Macht über die Frau bis 1997, als die sexuelle Gewalt in der Ehe unter Strafe gestellt wurde. Aber auch heute ist er seiner Gemahlin oft überlegen: Er verdient mehr und macht Karriere. Die Kinder und die Familie lasten nach wie vor auf den weiblichen Schultern.

Lässt sich eine Frau scheiden, wird sie nach dem geltenden Recht zur Verliererin. Und erst recht als Alleinerziehende. Der Staat propagiert und unterstützt nach wie vor ein  vermottetes Familienbild. Obwohl die Heilige Familie nicht mal in der Bibel funktionierte. Genau betrachtet ist die biblische Familie ein Vorbild für die modernen mannigfaltigen Verhältnisse: Josef war doch „nur“ ein Stiefvater.

Zweierlei Maß


Es weht immer noch der Wind der alten Geschichte, in der das weibliche Geschlecht grundsätzlich als verdächtigt galt. Beschuldigt der Hexerei brannten damals die Frauen auf den Scheiterhaufen.

Die brachialen Methoden sind hierzulande passé, das Messen mit zweierlei Maß immer noch nicht. Die Frau ist keineswegs gleichberechtigt, egal ob es sich um die Arbeit oder um die gesellschaftlichen Rollen handelt. Sie hat zwar viel erreicht, aber auf dem Weg zu gleichen Rechten bewegt sie sich auch im 21. Jahrhundert unverständlich langsam.

Die Position der Frau ist schwach. Ihren Status definiert sie nach wie vor über den Mann. Und wenn er an ihrer Seite fehlt, muss sie sich rechtfertigen. An dem Beispiel der Alleinerziehenden lässt sich dieses Phänomen sehr gut veranschaulichen: Eine Frau, die ihr Kind allein großzieht, wird vom Staat nicht unterstützt, weil sie nicht zu dem gewünschten Bild passt: der idealen Familie, die aus der Mutter, dem Vater und Kindern bestehen soll. Als ob erst die bloße Anwesenheit einer männlichen Person eine Garantie gewährte, dass alles seine Richtigkeit hat.

Nur zusammen


Eine moderne und demokratische Gesellschaft kann sich nicht leisten, die Rechte von Frauen zu ignorieren. Die Gleichberechtigung ist das im Grundgesetz garantiertes Recht und eine Notwendigkeit auf dem Weg in die Zukunft. Eine Notwendigkeit für beide Geschlechter und nur zusammen zu erreichen. Im Interesse von Frauen und von Männern. Frauenrechte sind Menschenrechte. Ohne sie gibt es keine Zukunft.