Die märkische Erde spuckt 80 Jahre nach dem II. Weltkrieg Menschenknochen von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen heraus. Der Spiegel nimmt dies zum Anlass, um an das „Unternehmen Barbarossa“ zu erinnern („Die verscharrte Schuld“, Der Spiegel, Nr. 26). Darin findet man die Meinung von Christian Stein, einem Historiker, dass ab da die Wehrmacht die „Armee des Rückzugs“ und somit endgültig eine Armee von Verbrechern wurde.
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Verbrecher vom ersten Tag an
Was ist aber mit der Zeit davor - vor dem "Unternehmen Barbarossa"? Glaubt etwa Herr Stein – genauso wie Putin im berühmten Gespräch mit Tucker Carlson -, dass die Polen den Krieg zu verantworten haben, weil sie Hitlers Forderung nach dem sog. Korridor ablehnten?
Meiner Meinung nach (ich kann wetten, dass ich nicht die einzige bin) waren die Wehrmacht und das gesamte Nazi-Pack vom ersten Tag des Krieges an - also vom 1. September 1939, dem Überfall auf Polen - Verbrecher und Mörder,
Schauen wir uns ein paar Fakten an. Im Hinterkopf behalten wir dabei das Datum des Anfangs vom „Unternehmen Barbarossa“ - 22. Juni 1941.
- Gleich zu Beginn der Okkupation schlossen Nazis alle Schulen und Universitäten in Polen. Später wurden Elementarschulen an wenigen Tagen eröffnet.
„Die Bildung sollte auf das absolute Minimum beschränkt werden (Lesen, Schreiben, einfache Rechenaufgaben), um die Polen ausschließlich auf die Rolle als ungelernte Arbeitskräfte (also Arbeitssklaven, meine Anmerkung) für das Dritte Reich vorzubereiten."
Diejenigen, die im Untergrund trotzdem weiter lernten – es entstand bald ein geheimes Bildungssystem -, bezahlten mit dem Leben, wenn sie erwischt wurden.
- Bereits nach dem Ausbruch des Krieges organisierten Nazis erste łapanki – Treibjagdartige Straßenaktionen auf die Zivilbevölkerung.
Systematische und große łapanki wurden im Februar 1940 eingeleitet. Deren Ziel war es Menschen in Konzentrationslager und zur Zwangsarbeit ins Innere des Dritten Reiches zu verschleppen.
- Auch die "Sonderaktion Krakau" fand vor dem Beginn des „Unternehmen Barbarossa“ statt.
"Am 6. November 1939 wurden unter dem Vorwand einer Besprechung 183 Professoren und Dozenten der Jagiellonen-Universität sowie anderer Krakauer Hochschulen in das Collegium Novum gelockt und verhaftet. Ende November erfolgte ihre Deportation in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau."
Nein und Ja
Der Spiegel-Artikel thematisiert nochmals die Schuldgefühle (Elon Musk sprach mal diesbezüglich von Schuldkult), die die Nachkommen für die Taten ihre Vorfahren verspüren. Sie scheinen die Lektion der Nazis, die die Sippenhaft zum Prinzip erklärten, nicht nur unbewusst zu verinnerlicht zu haben (sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen), sondern auch bewusst zu vertreten.
Nein, liebe Deutsche, Ihr seid nicht schuld, für die Taten, die Ihr nicht begangen habt. Daher solltet Ihr aufhören, nach mildernden Umständen zu suchen, oder die Aussagen über Kriegsverbrechen von Ihren Angehörigen zu verweigern.
Und ja, Ihr seid schuld, wenn Ihr Lügen verbreitet, unter anderem über Polen.

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