Freitag, 3. Juni 2022
Ich habe das 9-Euro-Ticket getestet. Teil 3
Ich habe das 9-Euro-Ticket getestet. Teil 2
Sonnendeck ohne Sonne
Tut tut mit der Kleinbahn
Wiesen, Dünen, Nordsee
Ich habe das 9-Euro-Ticket getestet. Teil 1
Mit dem 9-Euro-Ticket kann man spontan in jeden regionalen Zug einsteigen und losfahren. So spontan bin ich doch nicht – ich habe die Reise genau geplant. Ab ans Meer! Nein, nicht nach Sylt. Borkum tut es auch! Zuerst aber direkt nach Emden, ohne umsteigen zu müssen.
Der Zug fällt aus
So viel zum Planen.
Der zweite Versuch
Emden, ich grüße Dich!
Samstag, 28. Mai 2022
Der Krieg in der Ukraine geht uns an
Es ist Krieg. Und niemand weiß, wie lange noch und wie schrecklich er wird.
Ich will nicht in der Haut von den Entscheidungsträgern stecken. Denn egal, was sie tun oder unterlassen, sie bekommen andauernd zu hören: es sei falsch. Handeln müssen sie trotzdem.
Von langer Hand
Nach Nine Eleven ist der 24.02.2022 die nächste weltverändernde Zäsur. Der Angriff auf die Ukraine hat unsere Illusionen und Zuversicht gänzlich zerschlagen. Wobei die vorgegebene Marschroute "Nie wieder Krieg" in ihrer Absolutheit eigentlich nie stimmte. Wir wollten trotzdem daran glauben und träumten vom Frieden ohne Waffen.
Dann wurden wir brutal geweckt.
Der Überfall auf die Ukraine ist jedoch kein Amoklauf. Russland hat ihn von langer Hand geplant und dafür auch eine riesige Maschinerie der Propaganda erschaffen, stets mit Unmengen von Bestechung und Korruption geölt.
Was wir davon zurzeit sehen und begreifen, ist lediglich die Spitze des Eisberges. Weil wir uns bis heute nicht wirklich bemüht haben, hinter die Kulissen zu blicken und nachzuforschen. Wir ließen uns stattdessen mit dem billigen Öl ruhigstellen.
Wer ist wer?
Die Propaganda sickerte indes in unsere Köpfe und ersetzte eigene Gedanken. Das hat über Jahrzehnte funktioniert und funktioniert anscheinend immer noch.
Zu ihren Werkzeugen zählt unter anderem die Täter-Opfer-Umkehr, eine besonders dreiste und menschenverachtende Methode, weil sie an Mitgefühl und Solidarität appelliert und die emotionale Anteilnahme erzwingt.
So wollte uns Russland und will immer noch weismachen, dass es bedroht war und wird und sich deswegen verteidigen muss. Diese Behauptung ist an Zynismus nicht zu überbieten.
Unsere Wege
Unterdessen kämpft die Ukraine für uns alle. Jedenfalls für diejenigen, die in keiner Diktatur leben wollen und für die die Freiheit ein höchstes Gut ist. Die Ukraine kämpft für unsere Werte und für die Demokratie, für die beste Regierungsform also. Oder wie mal Winston Churchill sagte: „Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“
Wenn jemand immer noch glaubt, dass man Putin zufrieden stellen und eigene Ruhe dadurch gewinnen kann, indem man ihm die Ukraine zum Fraß vorwirft, der irrt gewaltig. So sind die Tyrannen nicht gepolt. Für sie geht es um ein Spiel va banque. Sie wollen das Ganze und dulden keinen Widerstand.
Die Demokratie dagegen lebt von der Freiheit des Menschen. Jeden einzelnen Menschen. Es entscheidet zwar die Mehrheit, aber die Minderheiten haben gleiche Rechte.
Die Demokratie lebt von Debatten ohne Tabus, vom gesellschaftlichen Diskurs über den Weg in der Gegenwart und in der Zukunft. Wir dürfen sie nicht verspielen.
Donnerstag, 31. März 2022
Putin – der Alptraum unserer Zeit
Hinterher ist man immer schlauer. Hätten wir dennoch nicht bemerken müssen, was Putin im Schilde führt? Warum hörten wir nicht auf die Mahner? Die gab es doch. Wir wollten aber das Ende des Kalten Krieges feiern und glaubten lieber Menschen wie der junge Putin, als er – damals noch stellvertretender Bürgermeister von Sankt Petersburg – sagte:
„Auch im meinen Leben gab es Zeit in der ich die Theorien des Marxismus und des Leninismus studiert habe und sie interessant und, wie viele von uns, schlüssig fand. Doch als ich älter wurde, erkannte ich die Wahrheit – diese Theorien sind nichts als hinderliche Märchen.“
Schluss mit den alten Märchen also!
ScreenshotAlter Vorhang in neuen Zeiten
Seitdem ist viel Wasser in Newa und Moskwa hinuntergeflossen. Wir reiben uns aber verwundert die Augen und erleben ein Déjàvu: Putin versucht den Eisernen Vorhang wieder zuzuziehen. Den alten Vorhang, der unsere Welt früher entzweite.
Am 24.02.2022 – am Tag seines Überfalls auf die Ukraine - ließ Putin endgültig seine Maske fallen. Der angebliche „lupenreine Demokrat“ zeigt sich als grausamer, größenwahnsinniger Diktator. Es handelt sich keineswegs um eine unerklärliche plötzliche Verwandlung. Putin plante seine Untaten von langer Hand und er hat nichts dem Zufall überlassen.
„Putin und seine KGBler, die mithilfe eines Netzwerks treuer Verbündeter die Wirtschaft kontrollierten, vereinten alle Macht auf sich und hatten ein neues System geschaffen, in dem staatliche Positionen als Instrumente zur Selbstbereicherung dienten.“
Trolle und Verbündete von Putin
Putin hat kontinuierlich seine Macht ausgebaut, sein Land unterworfen und seine Kritiker bekämpft, wie die Diktatoren oder Mafiapaten dies so tun. Er und seine Leute „verbinden den homo sovieticus mit dem unbändigen Kapitalismus“.
Was will er denn noch? Reicht es ihm nicht, was er schon hat?
„Die Übernahme der Wirtschaft – und der Justiz und des politischen Systems – durch die KGB-Kräfte führte zu einem Regime, in dem die Milliarden Dollar, die Putins Kumpanen zur Verfügung stehen, aktiv dafür genutzt werden, die Institutionen und Demokratien des Westens zu untergraben. Das KGB-Handbuch aus den Zeiten des Kalten Krieges, als die Sowjetunion »aktive Maßnahmen« ergriff, um den Westen zu spalten, Unfrieden zu stiften, verbündete politische Parteien finanziell zu unterstützen und den »imperialen« Feind zu schwächen, ist nun wieder voll und ganz reaktiviert.“
Putin unterwandert den demokratischen Westen seit Jahren, denn Demokratie und Freiheit sind seine größten Feinde. Er baut auch hier im Westen seine Macht aus. Seine Trolle und Verbündete sitzen längst in den westlichen Institutionen und Gremien auf den höchsten Ebenen.
Wir brauchen nach diesem Krieg einen Putin-Untersuchungs-Ausschuss, der alle Verwicklungen aktueller und ehemaliger Politiker zu Putin und dem Kreml untersucht und der Frage nachgeht, welche Motivation wirklich hinter verschiedenen Positionen stand.
— Paul Ronzheimer (@ronzheimer) March 29, 2022
Paul Ronzheimer hat recht. Nach diesem Krieg brauchen wir einen Putin-Untersuchungs-Ausschuss. Wir brauchen solch einen Ausschuss auch in der EU. In dieser Hinsicht hätte mich unter anderem die Rolle von Angela Merkel, Donald Tusk und Katarina Barley interessiert. Und die offensichtlich aus dieser Richtung gesteuerte antipolnische Kampagne.
Zuerst aber müssen wir Putin stoppen.
Montag, 21. März 2022
Ukraine
Weiß blüht die Hoffnung
im Frühling des Jahres,
das die Zeit zerreißt
wie ein Stück Papier.
Aus der Vergangenheit ausgefallen
tobt der Krieg vor unserer Tür
und lässt uns ohnmächtig
deinen Namen buchstabieren:
Ukraine, I stand with you.
Der Himmel über deinen Kindern
brennt Tag und Nacht blutrot,
schwarzer Rauch steigt zur Sonne
und vereinnahmt sie als Raubgut.
Wie vor einem Kriegsgott fallen Städte
– eine nach der anderen – auf die Knie.
Der Tod führt unsere Schwestern und Brüder
an der Hand zum Tanz auf den Trümmern
der Geschichte.
Immerzu regnen Steine auf die Straßen
und begraben die Zukunft.
Montag, 28. Februar 2022
Putins Krieg: Auf welcher Seite stehst Du?
Genauso wie so viele andere erlebte ich, die stets die friedlichen Instrumente der Diplomatie und Gespräche befürwortet, am Donnerstag, dem 24.02.22, ein böses Erwachen. Wieso sahen so viele nicht kommen – auch ich nicht –, was ein Größenwahnsinniger plante?
Die Zeit, in der Russland die Ukraine angreift, verlangt von uns allen eine klare Stellungnahme: Auf welcher Seite stehst Du?
Es ist und bleibt mein Traum: "Imagine all the people living life in peace". Zurzeit aber tobt in Europa der Krieg. Seine Fratze sehen wir direkt vor unserer Tür. Es ist Putins Krieg; Putin verkörpert ihn, er gibt ihm sein Gesicht und seine Stimme, aber er führt ihn selbstverständlich nicht allein. Egal jedoch, wie stark der Druck auf ihn war, die Entscheidung hat Putin selbst getroffen und er wird auch die Verantwortung dafür übernehmen müssen.
Was können wir dem Größenwahn und dem Morden entgegensetzen?
Die Solidarität mit der Ukraine ist riesig auf der ganzen Welt und bestimmt hilfreich. Sie wird dennoch Putin nicht stoppen. Die harten Sanktionen wirken zwar wie Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie, sie entfalten aber nur langsam ihre Wirkung. Die Waffenlieferungen an die Ukraine, gegen die ich mich lange und mit Überzeugung ausgesprochen habe, erscheinen mir auf einmal nicht nur gerechtfertigt, sondern auch absolut notwendig.
Reicht all das um Putin zu stoppen? Nein, das reicht nicht, solange Russen seinen Präsidenten unterstützen. Meine Hoffnung setze ich deshalb auf die russische Zivilgesellschaft. Die Russen können Putin stoppen.
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