Freitag, 29. August 2025

Was man meinen darf oder nicht

 Weshalb haben die angeblich Guten von der angeblich richtigen Seite der Geschichte so viel Hass und Verachtung für Andersdenkende? Die Frage stelle ich mir in der letzten Zeit oft, auch in Verbindung mit der hiesigen Berichterstattung über Trump.

Ich bin nicht seine Anwältin, außerdem gar keine. Worum es mir aber geht, ist die Wirkung vom derartigen Journalismus auf das gesellschaftliche Klima. 

Screenshot 

Déjà-vu mit Populisten

Die Methode ist gar nicht neu. Sie etablierte sich hierzulande nicht zufällig während der Herrschaft von Angela Merkel. Denn sie ließ unverblümt durchblicken, dass sie sich nach der einfacheren Welt aus der Zeit des Eisernen Vorhangs sehnt. Zudem beurteilt sie das Leben in der DDR durchaus positiv. Was sie damals vermisste, waren Bananen. Ich sehnte mich dagegen nach Freiheit.

Die Kommunisten des Ostblocks (oder eher Realsozialisten) ließen keine sachliche Debatte zu. Ihre Gegner verunglimpften sie als Schwurbler (auf Polnisch: warchoły) und Feinde des Sozialismus. Mit Verboten und harten Strafen, aber auch politischen Morden, bekämpften sie ihre Opponenten.

Heute prangert man wieder Schwurbler an. Und Populisten (plus andere Kampfbegriffe, vom "Plagistsjäger" auf X aufgelistet). Na gut, es wird nicht in der Politik und außerhalb der Mord als Mittel des Handelns eingesetzt, dennoch strebt man die Vernichtung des Widersachers an. 

Ideologischer Katechismus

Ich sehne mich nach Debatten, in denen das ganze Spektrum der Meinungen vertreten wird.

Ich sehne mich nach Sachlichkeit. Sehr.

Stattdessen observiere ich ideologische Grabenkämpfe. Eine Ideologie spielt die Rolle eines Katechismus für eine Partei oder eine Bewegung (wie z.B. Wokeness) Als Grundlage einer Diskussion ist sie aber absolut ungeeignet. Weil man an eine Ideologie entweder glaubt oder nicht. 

Schwarzes Bild mit einem Lichtblick

Tom Bohn, Regisseur und Drehbuchautor, präsentiert auf X einen Fall, für dessen Authentizität er bürgt. Es geht um ein persönliches Schicksal, aber die folgende Einschätzung hat allgemeine Gültigkeit:

„Aber dann kam die „Zeitenwende“ -und zwar nicht die von Olaf Scholz; ich hätte mir in meinen

schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können, dass ich einmal in Echtzeit erlebe, wie sich

durch die Mechanismen der Propaganda, wie wir sie nur aus finsteren Zeiten oder totalitären

Systemen kennen (und die noch genauso funktionieren), ein demokratisches, westliches System,

eine freiheitliche Demokratie in einen Gesinnungsstaat verwandelt.“

Die Mundtot-Macherei ist eine wahre Seuche.

Obwohl ich ein ziemlich schwarzes Bild hier zeichne, sehe ich in der Gegenwart viele positive Beispiele, wie z.B. den Text von Svana Kühn über den Präsidenten des Friedens. Die Journalistin analysiert das Thema gründlich und sachlich, auch wenn sie nicht auf ihre eigene Sichtweise verzichtet. Sie lässt dennoch genug Raum dem Leser und dessen eigener Meinung.




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