Sonntag, 18. Januar 2026

Im Gespräch über Donald Trump und Grönland

 Was sich die EU in puncto Grönland zurzeit leistet, erscheint mir als Handeln einer völlig benebelten Person, die nicht über die Konsequenzen ihres Tuns nachdenkt. Da werden große patriotische Sprüche bemüht, von Menschen die den Patriotismus stets herabsetzten und in die rechtsextremische Ecke stellten. Plötzlich mimen sie Halbstarken. Aber um Muskeln spielen zu lassen, muss man wenigsten ansatzweise dieses Organsystem besitzen.  


Viel Lärm um nichts?

Wieso verhält sich die EU derart … nicht klug? Prof. Zbigniew Lewicki, Amerikanist, skizziert in einem Interview für die polnische Zeitung „Rzeczpospolita“ die Verhältnisse folglich:

„Machen wir uns nichts vor: Donald Trump stößt bei europäischen Politikern auf wenig Gegenliebe. Sie nutzen jede Gelegenheit, um ihn zu ärgern, ihn und seine Politik in Frage zu stellen. Sie werden nicht darauf verzichten, denn sie glauben einen Leckerbissen gefunden zu haben. Schließlich wird sich niemand fragen, warum Dänemark behauptet, dass Grönland ihm gehöre. Trump darf das nicht sagen. Aber Dänemark schon? Ein kleines Land ohne nennenswerte Streitkräfte kolonisiert eine große Insel.“ 

Prof. Lewicki erinnert auch, dass die USA bereits mehrmals in der Geschichte ihr Territorium durch „Deals“ erweitert und auch von Dänemark Westindien-Inseln gekauft haben. 

Wessen Spiel?

Und trotzdem ist dies eine sehr wichtige Angelegenheit, die die folgende Passage treffend abbildet: 
Rzeczpospolita: Der Kreml hat durch Dmitri Peskow bereits erklärt, dass er Grönland als dänisches Territorium betrachtet, und China warnt, dass Zugeständnisse Europas gegenüber Trump katastrophale Folgen hätten. 

Prof. Lewicki: Solche Äußerungen von Peskow oder von China zeigen deutlich, wie diese Länder über derartige Möglichkeit beunruhigt sind. Dass solch eine Intervention der USA sie daran hindert oder erschwert, ihre eigenen Pläne zu verwirklichen. Was gehen China eigentlich die europäisch-amerikanischen Vereinbarungen an, oder was geht Moskau das an? Handelte es sich um ein neutrales Gebiet, gäbe es keine Kommentare über das Thema.“
So isses. Die „ach-so- besorgten“ Verteidiger von Grönland spielen Putin und China in die Hände. Vermutlich unwissentlich. Aber dürfen Politiker dermaßen ahnungslos sein? 

Die Füße still halten

Was will Trump also? Laut Prof. Lewicki sind die verbreiteten Vorwürfe gegen den amerikanischen Präsidenten einfach falsch:
„Es geht nicht um territoriale Eroberungen, sondern ums Verhindern, dass eine große Insel in unmittelbarer Nachbarschaft der Vereinigten Staaten unter die Kontrolle eines feindlichen Staates fällt. Was wäre, wenn plötzlich russische Truppen in Grönland auftauchen? Stellen wir uns diese Situation einmal vor, Sie ist durchaus möglich. Und was dann? Wir bedauern dies zutiefst und sind sehr beunruhigt. Wer würde dann Peking oder Moskau sagen: Das dürft ihr nicht machen? Dass die Vereinigten Staaten jetzt vorbeugen, bedeutet, dass sie sich der Gefahr bewusst sind. Grönland hat praktisch keinen wirtschaftlichen Wert, aber einen topografischen.“
„Topografisch“ bedeutet hier „in ein bestimmtes Bezugssystem eingeordnet, einen bestimmten Standort betreffend“ (DWDS)

Was sollen Europäer denn tun? Prof. Lewicki rät zur Zurückhaltung:
„Warum sollte man seine Finger in der Tür zerquetschen?

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