Es ist einfacher, die Welt zu klassifizieren, um sich die Übersicht zu verschaffen und die Orientierung zu behalten. Wie man das mit getrockneten Pflanzen oder toten Schmetterlingen tut. Sie verändern sich nicht mehr und haben stets die gleichen Eigenschaften. Die Wissenschaft braucht derartige Strukturen.
Die Welt verändert sich unaufhörlich
Schubladen des Zwangs
Derartige Denkschubladen oder Zwangsdenkmuster dominieren aber auch die Politik und Medien. Einmal georteter und beschriebener Feind bleibt ein Feind, egal wie sehr sich er und die Umwelt um ihn herum gewandelt haben. Mit dem Freund läuft es natürlich genauso ab. Deswegen erleiden wir einen Schock, wenn sich der Freund nicht mehr freundlich, sondern feindlich uns gegenüber verhält. Was ist da plötzlich mit ihm los? Geschehen derartige Ereignisse aber wirklich plötzlich? Oder sind wir eher denkfaul und stecken in unseren Zwangsdenkmustern fest?
Christlich ist das jedenfalls nicht. Ein Christ darf sich nie mit einer einmaligen Selektion begnügen. Weil das Christentum die unaufhörliche Arbeit an sich selbst – die Selbstentwicklung – bedeutet und derartige Bemühungen zu würdigen weiß. Schließlich waren seine Heiligen oft zuerst mehr oder weniger schreckliche Schurken.
Zum Beispiel Arbeitskosten und Rente
Zwangsdenkmuster in der Politik und in den Medien, die mitziehen und die zwanghafte Thesen tüchtig verbreiten, betreffen viele Bereiche.
Schauen wir uns z.B. Arbeitskosten an.
Inzwischen hat man uns eingeredet, dass die Arbeitskosten in Deutschland so hoch wie Mont Everest oder noch höher seien. Aber in Luxemburg (53,60 €), Dänemark (50), Belgien (46,90) und Frankreich (42,70) sind Arbeitskosten pro Stunde höher als in Deutschland (41,90).
Mit der Rente sieht es noch krasser aus.
Bei der Rentenhöhe im Verhältnis zum Einkommen überholen uns Dänemark (über 75%), Luxemburg, Portugal, Italien, Österreich, Niederlande, Frankreich und Norwegen. Und außerhalb der EU auch das gesamte OECD.
Schamanische Beschwörungen
Hierzulande versucht man, so mein Eindruck, die Probleme zu zerreden, als ob man geglaubt hätte, dass man durch die ständige Wiederholung von den nicht überprüften oder einseitig dargestellten Behauptungen das Problem aus der Welt schafft. Das ist eigentlich eine schamanische Denkart, die nicht für die harten Fakten, Zahlen und Werke taugt.
Die deutschen Probleme sind hausgemacht. Das größte heißt Bürokratie, Damit verbindet sich die hohe Ineffizienz der von Gesellschaft wahrgenommenen Handlungen und Prozesse. Die Ineffizienz prägt genauso die Bildung wie auch die Arbeitswelt. Es wird nach wie vor auf Gehorsam statt auf die Kreativität gesetzt.
Außerdem bleibt das Tempo deutlich hinter den politischen gesteckten Zielen auf dem Schnecken-Niveau. Wenn die Welt sich verändert, und das tut sie andauernd, müssen wir darauf reagieren und neue Lösungen und Wege schnell finden. Findet man keine, sollte man vielleicht doch den Schamanen rufen.
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